Kein anderer deutscher Hersteller hat eine so lange Tradition im Kompaktwagensegment wie Opel. Schon 1936 wurde der Kadett präsentiert, mit über 100.000 Exemplaren bis 1940 entwickelte er sich zum ersten deutschen Volkswagen. Ein kurzer Überblick über die bislang gebauten neun Vorgänger-Generationen des neuen Astra:
Der erste Kadett (1936 – 1940): Seine selbsttragende Ganzstahl-Karosserie ist ebenso sensationell wie der Preis von 2.100 Mark. Der erste Kadett hat 23 PS, ist als zwei- und viertürige Limousine sowie als Cabrio-Limousine erhältlich und äußerst erfolgreich: 107.608 Exemplare werden bis Kriegsbeginn gebaut. Ab 1947 entsteht er als Moskwitsch wieder: Weitere 247.439 Fahrzeuge werden in Russland gefertigt.
Kadett A (1962 – 1965): Comeback als eigenständige Baureihe mit eigenem Werk in Bochum. 40 oder 48 PS stark, gibt es den Einliter-Wagen als Limousine, Coupé oder Caravan. Seine besonderen Stärken: Großer Kofferraum und sicheres Fahrverhalten.
Kadett B (1965 – 1973): Eine Nummer größer und als Rallye-Kadett bis zu 90 PS stark, wird die Neuauflage mit insgesamt 2,6 Millionen Exemplaren zum Megaseller. Es gibt ihn mit zwei und vier Türen, als Coupé und Caravan sowie als Edelversion Olympia.
Kadett C (1973 – 1979): Die sachlich designte Version der 70er-Jahre bringt gleich zwei neue Modellvarianten: Neben zwei- und viertüriger Stufenheck-Limousine, Caravan und Coupé gibt es erstmals ein Schrägheckmodell (City) und eine Targaversion (Aero). Im GT/E feiert die Einspritzung Premiere (bis 115 PS), insgesamt werden 1,7 Millionen Exemplare gebaut. Als Chevette ist der Kadett darüber hinaus weltweit unter anderen
GM-Marken im Angebot.
Kadett D (1979 – 1984): Revolution unter der Motorhaube – erstmals hat der Kadett Frontantrieb, der 1,3-Liter-Motor mit obenliegender Nockenwelle beginnt seine lange Karriere und es gibt einen Diesel (1,6 L, 54 PS). Coupé und Cabrio machen eine Pause, dafür gibt es erstmals einen Lieferwagen. Insgesamt 2,1 Millionen Fahrzeuge entstehen.
Kadett E (1984 – 1991): Der letzte Kadett ist seinerzeit die aerodynamischste Limousine der Welt (cw-Wert des GSI: 0,30) und äußerst vielseitig: Es gibt ihn mit Schräg- und Stufenheck sowie als Caravan und als Lieferwagen Combo, bei Bertone entsteht ein Cabriolet und in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) sorgen 270 PS starke Rennversionen für Furore. Ihre Basis ist der GSI mit Vierventilmotor und in der Kompaktklasse damals kaum vorstellbaren 150 PS. Mit dem Beinamen „Impuls“ gibt es sogar einen Prototypen mit Elektroantrieb. Das „Auto des Jahres 1984“verkaufte sich fast 3,8 Millionen Mal.
Astra F (1991 – 1997): Neuer Name, neues Glück – die moderne Bezeichnung wird von der britischen Schwestermarke Vauxhall übernommen und ist jetzt europaweit einheitlich. Neu ist der Turbodiesel (1,7 L, 82 PS), es gibt Fahrer- und Beifahrerairbags sowie serienmäßiges ABS, das Cabrio kommt jetzt bügelfrei, der kleine Bildschirm auf der Mittelkonsole ist eine Weltneuheit und eine Kleinserie von 500 Astra Caravan CNG mit Erdgasantrieb setzt Umwelt-Zeichen. Unter dem Namen Impuls 3 nehmen zehn Elektro-Astra am Versuch auf Rügen teil und legen zwischen 1993 und 1997 über 350.000 Kilometer zurück. Überwältigend der Verkaufserfolg: Mit 4,13 Millionen Exemplaren ist der Astra F der meistverkaufte Opel aller Zeiten.
Astra G (1998 – 2004): Die Modellfamilie wächst – erstmals seit 1979 gibt es wieder ein Coupé, und der Zafira auf Basis der Astra-Architektur revolutioniert den Markt der Familienautos. Erstmals gibt es ein OPC-Modell (2 L, 160 PS), die Diesel-Auswahl wird größer (bis 2,2 L, 125 PS), Twinport-Technologie macht die Benziner sparsamer, der CNG-Caravan geht in Serie und das Modell ECO 4 ist das erste vollwertige Vierliter-Auto auf dem Markt. Nach dem regulären Produktionsende läuft der Astra G als „Classic“ weiter vom Band. Daher ist die erreichte Stückzahl mit 3,95 Millionen vorläufig.
Astra H (seit 2004): Die jetzt zur Ablösung anstehende Astra-Generation ist ein Technologie-Träger. Von der Elektronischen Dämpferregelung bis zu den AFL-Scheinwerfern bietet sie viele Innovationen erstmals in der Kompaktklasse. Für Aufsehen sorgen auch das Klappdach-Cabrio TwinTop, das somit Cabrio und Coupé vereint, die Panorama-Frontscheibe, die ganz neue Ausblicke aus der sportlichen GTC-Variante ermöglicht, und der Astra OPC: Mit 240 Turbo-PS ist er bei der Präsentation 2005 der stärkste Serien-Fronttriebler der Welt. Er dient auch bei einer anderen Weltpremiere als Basis: Beim Opel Race Camp, der größten Nachwuchssichtung, bewerben sich 2007 rund 18.500 Kandidaten als Rennfahrer. Bislang wurden rund 2,5 Millionen Astra H gebaut – als Classic läuft auch der Fünftürer noch einige Zeit weiter.